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Palais Thinnfeld, Graz, 2005
Mariahilferstraße 2, 8020 Graz
Wettbewerbsprojekt (anonymer, mehrstufiger Realisierungswettbewerb)
Das barocke Stadtpalais fordert zu einem sensiblen restaurativ-adaptiven Eingriff heraus, mit der Absicht das funktionale Kooperieren von historischem Ambiente mit zeitgenössischen Inhalten zu forcieren. Die Neukonzeption des Palais Thinnfeld versucht diese urbane Zone als gesellschatlichen Zusammenhang zu reflektieren. Räumlich spiegelt sich dieser Anspruch in flexiblen Öffnungen der Erdgeschosszone und dem Schaffen von Blickbeziehungen zum neuen Untergeschoss wider. Die Passage fungiert als Repräsentations- und Kommunikationsfläche für sämtliche Institutionen.
Erschließungssystem. Die effiziente Erschließung des Palais beruht grundsätzlich auf den bestehenden Stiegen. Diese werden durch einen gleichläufigen Teil ins Untergeschoss erweitert, weiters sorgt der im Lichthof im Norden situierte transparente Aufzug für einen behindertengerechten Zugang in sämtliche Geschosse. Als Notausgänge fungieren Fluchttüren in das im Osten angrenzende Stiegenhaus des Eisernen Hauses bzw. Kunsthauses. Als Abschluss der Treppe in das 2. OG wird die barocke Decke als Zitat eingefügt.
Im idealen räumlichen Zusammenspiel der adaptierten Basisstruktur entsteht ein Ensemble von Öffentlichkeit, Architektur und Kunst. Die Veränderungen am Bestand des Palais Thinnfeld zielen darauf ab, den Südtirolerplatz nach innen zu ziehen und somit die alte Hofeinfahrt wieder zu beleben. In diesem Sinn entsteht im Erdgeschoss eine halböffentliche Zone, die auch eine Achse zum Kunsthaushof öffnet. Um Architektur und Kunst öffentlich zu machen, wird dringend empfohlen das Raumprogramm durch eine angemessene bewirtschaftete Lounge zu erweitern, die im professionellen Sinn die Funktion eines Cafes übernehmen sollte. Abgesehen von der räumlichen Öffnung, durch flexible Öffnungen trägt ein Ort der Alltagskommunikation wesentlich zum Funktionieren eines urbanen Zentrums bei. Dem Haus der Architektur wird im Untergeschoss ein weitläufiger Raum geschaffen, der zu 40 % über eine Raumhöhe von über 7 m verfügt. Im 1. OG schafft ein flexibles Ausstellungssystem bei Bedarf die Situation eines "White Cube" und somit ideale Voraussetzungen zur Ausstellung zeitgenössischer Kunst.
Haus der Architektur | Grazer Kunstverein | Joanneum | Cafe Thinnfeld = Thinnfeld⁴
Wettbewerbsauslober: Magistrat Graz, Liegenschaftsverwaltung
Wettbewerb: 2005
Projektleitung: Siegfried Frank, Michael Rieper
Mitarbeiter: Emilio Hauer, Jörg Spöttl, Christine Schmauszer, Jakob Winkler
Visualisierung: Jakob Winkler
Umfang: 330 m² Haus der Architektur Graz | 50 m² Cafe und Lounge | 250 m² Grazer Kunstverein |
250 m² Landesmuseum Joanneum/Kunsthaus Graz
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